Der Tugendbrunnen am Cafe Libretto

files/basic_images/pic_tugendbrunnen.pngDer Tugendbrunnen ist ein Pumpenbrunnen, der bis zu den Zerstörungen der Stadt 1944 auf dem Heilig-Geist-Plätzchen stand. Bereits 1453 ist an dieser Stelle im Stadtgebiet ein mittelalterlicher Ziehbrunnen nachweisbar. 1768 hat man hier einen Pumpenbrunnen erstellt. Dieser wurde mehrfach renoviert, so in den Jahren 1822 oder 1823, dann 1887 und schließlich 1967.

Der Tugendbrunnen zeigt die Allegorie der Tugend; eine Figur, die noch vom ersten Brunnen aus dem Jahr 1768 stammen soll. Die Rokkokofigur steht wie mittelalterliche Marienfiguren auf einem das Laster symbolisierenden Globus, den sie mit Füßen tritt. Sie trägt Messstab, Schwert und Kugelgewicht; vergleichbar der Brunnenfigur des Justitia- Brunnens auf dem Römerberg.

files/basic_images/pic_tugendbrunnen_2.pngNach dem Zweiten Weltkrieg hat man von dem zerstörten Brunnen einzig die Brunnenfigur geborgen. Der Bildhauer Georg Krämer hat den Brunnen bis 1967 vereinfacht wiederhergestellt.

Danach kam er in die Obhut der Stadtsparkasse. Oberbürgermeister Willi Brundert weihte den neuen alten Brunnen Ende Oktober 1967 ein.

Zur Eröffnung der Zentralbibliothek wurde der Tugendbrunnen in das städtische Brunnensanierungsprogramm aufgenommen.


Die Wasserversorgung

Die Wasserversorgung in Frankfurt war seit römischer Zeit durch Ziehbrunnen organisiert. Die Merian´sche Vogelperspektive von 1628 zeigt, dass neben privaten Brunnen in Höfen auch mehrere öffentliche Ziehbrunnen auf Straßen und Plätzen in der Stadt existieren.

Für ihre Verwaltung bzw. Aufsicht war ein Brunnenmeister zuständig. Er hatte über den baulichen Zustand und die Sauberkeit der Wasserstellen zu wachen. Bezahlt haben ihn die Anwohner in der Nachbarschaft des Brunnens. Bei der alljährlichen Brunnenfahrt haben sie ihre überschüssigen Zahlungen auch prompt auf gesellige Weise wieder verbraucht.

Ein solcher Brunnen fand sich auch im Trierischen Hof. Erstmals wird er in der Brunnenrolle von 1596 erwähnt.

Nachdem in der Stadt immer einmal wieder Betrunkene und vor allem Kinder in die Schächte der Ziehbrunnen gefallen waren, wurden - dank neuer Technik - ab Mitte des 18. Jahrhunderts Pumpen aufgestellt.

Der Trierische Hofbrunnen wurde 1754 entsprechend umgebaut. Dies verursachte Kosten in Höhe von 157 Gulden und 36 Kreuzern. Heute erinnert der Tugendbrunnen an den verlorenen Brunnen des alten Messehofs.